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Besonderheiten der Rauchmelderpflicht

Gilt die Rauchmelderpflicht auch für Wohnwagen?

Die Rauchmelderpflicht gilt – außer in Baden-Württemberg – für Wohnungen, darunter fallen:

  • Ein- und Mehrfamilienhäuser
  • Freizeitunterkünfte und Ferienwohnungen
  • Beherbergungsbetriebe mit max. 11 Gastbetten (bzw. Beherbergungsstätten, die nicht als Sonderbauten gelten)
  • Containerräume

Bei Containerräumen ist es absolut irrelevant, wo dieser gemietet wird. Wichtig ist, wo er aufgestellt wird.

  • Hütten und Gartenlauben
  • Flure und Gänge mit gesonderter Brandlast (z.B. Elektrogeräten)
  • Wohnwagen u.Ä., die als bauliche Anlagen/Gebäude gelten

„Bauliche Anlagen sind mit dem Erdboden verbundene, aus Bauprodukten hergestellte Anlagen; eine Verbindung mit dem Boden besteht auch dann, wenn die Anlage durch eigene Schwere auf dem Boden ruht oder auf ortsfesten Bahnen begrenzt beweglich ist oder wenn die Anlage nach ihrem Verwendungszweck dazu bestimmt ist, überwiegend ortsfest benutzt zu werden. […]

Gebäude sind selbstständig benutzbare, überdeckte bauliche Anlagen, die von Menschen betreten werden können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen zu dienen. Wohngebäude sind Gebäude, die nur Wohnungen und die zugehörigen Garagen und Nebenräume enthalten, darüber hinaus allenfalls Räume für die Berufsausübung freiberuflich oder in ähnlicher Art Tätiger, denen gegenüber die Wohnungen überwiegen müssen.[…]

Aufenthaltsräume sind Räume, die zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt oder geeignet sind.[…]

In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. […].“(Auszug aus LBauO M-V)

Einbau nach Nutzung von Räumen

Beim Einbau der Melder ist die aktuelle Nutzung der Räume bzw. die geplante Nutzung relevant. Sollte sich die Nutzung ändern, müssen weitere Melder angebaut oder vorhanden umgesetzt werden.

Beachten Sie: Mögliche Fluchtwege und Rettungswege sind nicht dasselbe! So kann man bei einer Erdgeschosswohnung zwar über die Terrasse fliehen, als Rettungsweg gilt aber immer der Weg, der durch die Wohnungs-/Haustür führt.

Warum sollte ich die Montage an eine Fachkraft für Rauchwarnmelder abgeben?

Die Montage durch eine Fachkraft wird zwar empfohlen, ist aber kein Muss. Natürlich können Sie das auch selbst übernehmen. Wichtig ist nur, dass sich die Person, die damit betraut wird, mit der DIN 14676 auseinandergesetzt hat und weiß, was zu beachten ist. Dieses wissen können Sie sich auch hier aneignen.

Wer den sich als Fachkraft für Rauchwarnmelder bezeichnen darf, hat an einer Schulung teilgenommen, die Folgendes beinhaltet:

  • Verhalten von Brandrauch
  • Funktionsweise und Einsatzgrenzen von Rauchwarnmeldern im Allgemeinen
  • Inhalte der DIN EN 14604
  • Inhalte der DIN 14676
  • Produktspezifische Informationen

Im Anschluss an eine solche Schulung folgt eine Prüfung, nach deren erfolgreichem Abschluss ein Zertifikat ausgehändigt wird.

 

About Silke Fischer

Wie schnell ein Kinderzimmer in Brand geraten kann, sehen Sie hier:




Ein dramatisches Experiment, in dem klar wird, warum nur ein Rauchmelder nicht ausreichend ist. Personen, die sich in der oberen Etage aufgehalten hätten, hätten keine Chance mehr gehabt, das Haus zu verlassen. Das Video ist zwar englisch gesprochen und mit japanischer Schrift untertitelt, was für den Film an sich aber eher unerheblich ist.


Im Fall eines Brandes ist das Wichtigste:
LEBEN RETTEN!

Im Brandfall ist dies meist nur dadurch möglich, dass alle Personen, die sich in einer Wohnung oder einem Haus aufhalten, den Brand rechtzeitig bemerken.
Ein Rauch- oder Feuermelder erkennt Brände frühzeitig, sodass in den meisten Fällen die Feuerwehr alarmiert und die Wohnung verlassen werden kann.
Gerade in der Nacht, während des Schlafens ist eine zuverlässige Alarmierung unerlässlich, denn der Geruchssinn des Menschen ist während des Schlafens nicht aktiv.
So kommt es meistens gerade nachts zu Bränden in deren Folge Menschen sterben!

Wichtig beim Kauf von Rauchmeldern ist, dass diese DIN 14604 zertifiziert sind.
Nur dann erfüllen die Rauchmelder auch die gesetzlichen Vorgaben der Rauchmelderpflicht!

Diese Norm erfüllen in der Regel alle Rauchmelder, die Sie bei einem deutschen Händler kaufen können!

Im Optimalfall trägt Ihr Rauchmelder ein Zertifikat eines Prüfinstitutes, wie beispielsweise das VdS-Prüfsiegel, das Siegel des TÜV Nord oder das neue Q.
Diese Zertifikate stehen für ein höheres Vertrauen in den Rauchmelder.

2 comments

  1. Hallo.
    Wir sind ein Schützenverein in Baden-Württemberg und haben ein Vereinsheim mit 2 Etagen (UG und EG).
    Nun stellt sich uns die Frage, ob wir in unserem Vereinsheim auch Rauchmelder benötigen, die Meinungen gehen auseinander und die Versicherung konnte uns keine konkrete Auskunft geben.
    Wir haben einen Gast-/Wirtschaftsraum (50m²) und einen großen Veranstaltungssaal (120m²) sowie 3 WCs, 3 Schießräume (wobei 2 davon ins Freie gehen bzw. mit Schießpulverdämpfen gerechnet werden muss), 1 Umkleide und diverse Abstellräume/Küchen sowie ein Treppenhaus vom UG ins EG.
    Wer kann uns ganz konkret sagen, ob wir Rauchmelder benötigen oder nicht.
    Vielen Dank schonmal.

    • Sebastian Fischer

      Wir können es Ihnen sagen : Da es sich hier um keine Wohnung handelt und es auch keine Räume gibt in denen bestimmungsgemäß Personen schlafen, gilt hier keine Rauchmelderpflicht.

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