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Berliner und Brandenburger aufgepasst! Rechtzeitig den Vermieter kontaktieren!

Die Rauchmelderpflicht ist in den meisten Bundesländern bereits umgesetzt worden. Aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands erreichen uns daher immer wieder Fragen zu rechtlichen Situationen zwischen Mietern und Vermietern. Auch in Berlin und Brandenburg ist eine solche Pflicht in Planung. Leider zeigt uns die Erfahrung, dass Vermieter nur wenig Zeit haben, sich mit dem Thema zu beschäftigen und Mieter viel zu spät realisieren, was diese Bauordnungsänderung für sie bedeutet. Deshalb will ich mein Wissen an alle Berliner und Brandenburger weitergeben, um Konflikte frühzeitig zu vermeiden.

Ich bin gerade in eine neue Wohnung gezogen. Wie in den meisten Berliner Appartements hat der Vermieter noch keine Rauchwarnmelder installiert. Also bringe ich eigene an. In dem Moment überlege ich, ob ich mir die Kosten erstatten lassen möchte. Schließlich gilt das ja als Modernisierungsmaßnahme. Moment. Dann muss ich mir das also auch erst genehmigen lassen? Und vielleicht ziehe ich ja auch in einem Jahr schon wieder um und möchte, die Melder dann mitnehmen. Und was ist, wenn die Rauchmelderpflicht in Kraft tritt? Jetzt wird mir klar, dass es sich  bei meinem Vermieter um eine ziemlich große Gesellschaft handelt. Und langsam baut sich ein Horrorszenario in einem Kopf auf. Gemietete Rauchwarnmelder … Funkfernwartung …

Natürlich will jeder Vermieter so wenig Aufwand wie nur nötig und am besten auch so viele Kosten wie möglich auf den Mieter übertragen. Das funktioniert eben am besten, wenn Anschaffung, Installation und Wartung an einen Dienstleister abgegeben werden können. Da ist es völlig egal, ob ich mir High-Tech-Melder angeschafft habe und zertifizierte Fachkraft für Rauchwarnmelder bin. Die gemieteten Geräte werden direkt neben meinen installiert oder was noch viel schlimmer wäre und leider auch schon vorkam: Die Rauchwarnmelder werden völlig falsch platziert, weil die Handwerken keine Ahnung haben, was da eigentlich in der DIN 14676 steht.

Puh… erst einmal durchatmen. Eigentlich ist mir egal, ob der Vermieter die Kosten für die Melder übernimmt. Wichtiger ist doch, dass ich eine Kommunikation dazu starte und den Vermieter dafür sensibilisiere. Ich setze also ein Schreiben auf:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich Sie darüber informieren, dass ich

2 Rauchmelder (Ei-Electronics EI650W inkl. Funkmodul EI650M),

1 Hitzemelder (EI603TYC-D mit Funkmodul EI650M) sowie

1 CO-Melder (Kidde CO-Melder X10-D)

erworben habe und installieren möchte. Da es sich dabei um eine Modernisierungsmaßnahme handelt, bitte ich um Ihr Einverständnis. Sollte ich dazu bis zum 19.10.2015 keine Rückmeldung erhalten, gehe ich davon aus, dass Sie dem zustimmen. Sollen diese Geräte auch nach meinem Auszug in der Wohnung verbleiben, bitte ich zudem um Kostenübernahme (Rechnung ist beigefügt).

Angesichts der aktuellen Diskussion über eine Einführung der Rauchmelderpflicht nun noch einige Anmerkungen: Im Falle einer Realisierung würde es Ihnen natürlich frei stehen, eigene Modelle zu montieren und ggf. durch einen Dienstleister warten zu lassen. Dennoch möchte ich Sie darauf hinweisen, dass das Anmieten von Rauchwarnmeldern für die Mieter nur zusätzliche Kosten bedeutet und die Fernwartung eine zweifelhafte Methode ist, Geräte zu prüfen. Ich selbst bin Fachkraft für Rauchwarnmelder und betreue die Informationsseite Rauchmelderpflicht.net. Daher weiß ich, dass auch Mitarbeiter großer Firmen teilweise nicht über das notwendige Wissen bezüglich der Montage und Wartung von Rauchwarnmeldern verfügen. Zudem führen Verträge mit Unternehmen wie der ISTA dazu, dass vorhandene Rauchmelder nicht gewartet und zusätzliche Geräte installiert werden. Ich möchte sie daher frühzeitig bitten, im Interesse der Mieter von einer solchen Lösung abzusehen und ggf. ein unabhängiges Unternehmen zu beauftragen. Anbei finden Sie ein Rauchmelder-Kompendium, dass Sie auch gern intern und an alle Mieter verteilen können, um diese umfangreich zum Thema zu informieren. Nicht selten kommt es durch mangelnde Kommunikation zwischen Mieter und Vermieter am Ende zu unnötigen Rechtsstreiten. Diese resultieren daraus, dass Mieter den Zutritt zur Wohnung oder die Zahlung von Nebenkosten verweigern. Gerade weil ich zu diesen Problemen täglich Auskunft gebe, möchte ich mit diesem Schreiben rechtzeitig mit Ihnen in Kontakt treten.

Die oben genannten Rauchwarnmelder verfügen über eine 10-Jahres Batterie und 5 Jahre Garantie. Es wäre wirklich sehr bedauerlich, wenn sie mit Änderung der Bauordnung demontiert werden müssten.

Bei Fragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Fischer

 

Jetzt fragen sich sicher viele, warum ich mich jetzt schon damit auseinandersetze. Aber fängt die Wohnungsverwaltung erst an, sich selbst mit dem Thema zu beschäftigen, ist auch schnell eine Entscheidung getroffen, gegen die ich als Mieter nur noch schwer ankomme. Ich empfehle also allen Mietern mit eigenen Meldern, die Wohnungsverwaltung in ähnlichem Umfang zu informieren. Sollte die Rauchmelderpflicht tatsächlich endlich in Kraft treten, werde ich natürlich noch einmal an meine Geräte erinnern und evtl. auch Unterschriften sammeln, um die Anmietung von Rauchmeldern zu verhindern.

 

About Silke Fischer

Wie schnell ein Kinderzimmer in Brand geraten kann, sehen Sie hier:




Ein dramatisches Experiment, in dem klar wird, warum nur ein Rauchmelder nicht ausreichend ist. Personen, die sich in der oberen Etage aufgehalten hätten, hätten keine Chance mehr gehabt, das Haus zu verlassen. Das Video ist zwar englisch gesprochen und mit japanischer Schrift untertitelt, was für den Film an sich aber eher unerheblich ist.


Im Fall eines Brandes ist das Wichtigste:
LEBEN RETTEN!

Im Brandfall ist dies meist nur dadurch möglich, dass alle Personen, die sich in einer Wohnung oder einem Haus aufhalten, den Brand rechtzeitig bemerken.
Ein Rauch- oder Feuermelder erkennt Brände frühzeitig, sodass in den meisten Fällen die Feuerwehr alarmiert und die Wohnung verlassen werden kann.
Gerade in der Nacht, während des Schlafens ist eine zuverlässige Alarmierung unerlässlich, denn der Geruchssinn des Menschen ist während des Schlafens nicht aktiv.
So kommt es meistens gerade nachts zu Bränden in deren Folge Menschen sterben!

Wichtig beim Kauf von Rauchmeldern ist, dass diese DIN 14604 zertifiziert sind.
Nur dann erfüllen die Rauchmelder auch die gesetzlichen Vorgaben der Rauchmelderpflicht!

Diese Norm erfüllen in der Regel alle Rauchmelder, die Sie bei einem deutschen Händler kaufen können!

Im Optimalfall trägt Ihr Rauchmelder ein Zertifikat eines Prüfinstitutes, wie beispielsweise das VdS-Prüfsiegel, das Siegel des TÜV Nord oder das neue Q.
Diese Zertifikate stehen für ein höheres Vertrauen in den Rauchmelder.

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